06.02.2017

Start der Kontaktstelle Oderwald sozial steht bevor

Neue Einrichtung soll soziale Infrastruktur und Nachbarschaftshilfen stärken

In der Samtgemeinde Oderwald wird es künftig eine professionelle Unterstützungsstruktur für soziale Belange auf lokaler Ebene bis hinein in Nachbarschaftsstrukturen geben. Sofern die Stellenbesetzung zügig gelingt, wird in Bälde unter der Trägerschaft der AWO Salzgitter-Wolfenbüttel die „Kontaktstelle Oderwald sozial“ eingerichtet. „Damit wird ein zentraler Vorschlag der Konzeptstudie Oderwald sozial umgesetzt, die wir 2014 im Auftrag der Samtgemeinde unter großer Beteiligung aus der Bürgerschaft erstellt haben“, freut sich Michael Fuder vom Büro merkWATT aus Braunschweig. Bereits in der Konzeptphase hatte die Konzeptstudie mit ihren Maßnahmenvorschlägen auch überörtlich Beachtung gefunden: So wird sie im ILE-Konzept Nördliches Harzvorland und auch im Masterplan demografischer Wandel des Zweckverbandes Großraum Braunschweig als zukunftsweisend betrachtet.

„Die Kontaktstelle Oderwald sozial ist ein Meilenstein für die Samtgemeinde“, sagt Bürgermeister Marc Lohmann. „Durch die gute Zusammenarbeit von Samtgemeinde, AWO und merkWATT haben wir eine gute Lösung gefunden, sowohl was die Trägerschaft als auch die Finanzierung angeht“. 100.000 € Förderung gewähre die Deutsche Fernsehlotterie, 24.000 € der Zukunftsfonds Asse, und auch Samtgemeinde engagiere sich gemäß einstimmigem Beschluss des Samtgemeinderates. Damit sind für die ersten drei Jahre eine Dreiviertel Stelle sowie zusätzlich eine je nach Bedarf flexibel einsetzbare Prozessbegleitung gesichert. Räumlich wird die Kontaktstelle im Börßumer Bahnhof angesiedelt sein – organisatorisch unabhängig von der Samtgemeindeverwaltung, aber doch in direkter Nachbarschaft und in engen Arbeitskontakten.

„Wir wissen, dass die Bereitschaft zu sozialem Engagement stark von professionellen Strukturen im Hintergrund abhängt“, sagt Nicola Pöckler, stellvertretende Geschäftsführerin bei der AWO und zuständig für das Projekt. „Und genau da setzt das Konzept der Kontaktstelle an.“ Drei Hauptaufgaben solle sie mittelfristig erfüllen: Erstens gehe es darum, die soziale Infrastruktur zu stärken – praktische Nachbarschaftshilfen vor allem für Menschen mit Einschränkungen zum Beispiel durch Alter, aber auch Beratung für lokale Akteure und Lotsen sowie Dienstleistungen für örtliche soziale Initiativen aller Art. Zweitens solle das generationengerechte Wohnen erleichtert werden, etwa durch Wohnraumpassung, aber auch Angebote des gemeinschaftlichen Wohnens. Und letztlich solle die Kontaktstelle durch enge Zusammenarbeit mit den einschlägigen lokalen und regionalen Institutionen dazu beitragen, dass die laufenden neuen Erkenntnisse über soziale Bedarfe Eingang in die praktische Weiterentwicklung von sozialen Angeboten finden.“

„Im Moment hoffen wir auf geeignete Bewerbungen mit der passenden fachlichen Qualifikation und guter Kenntnis der lokalen Strukturen für die ausgeschriebene Stelle. Wir gehen davon aus, dass künftig vielen der bereits vorhandenen Akteure in der Samtgemeinde die Arbeit erheblich erleichtert wird und auch neue soziale Initiativen entstehen werden“, ist der Oderwalder Samtgemeindebürgermeister Marc Lohmann überzeugt.